Wohnen im Rinschenpark
Meschede

Auslober: Siedlungs- und Baugenossenschaft Meschede eG
gemeinsam mit Ansgar Bültmann
Teilnahme: November 2011

Städtebau

Die Besonderheit des Grundstücks wird geprägt durch den Wasserlauf des Mühlengrabens und die parkartige Wirkung der Gesamtsituation. Die vorgeschlagene Konzeption geht bewusst darauf ein und integriert die Wohnanlage in angemessener Maßstäblichkeit und aufgelockerter Bebauung in die Parkanlage. Die Baukörper orientieren sich zur Sonne und bilden einen Innenhof, der sich gen Süden zum Mühlengraben öffnet. Herzstück des Hofes sind attraktive Aufenthaltsflächen und ein Terrassenbalkon zum Mühlengraben. Eine kleine Brücke verbindet perspektivisch das Fußwegenetz des Rinschenparks mit der Innenstadt.

Gebäude

Es werden drei Baukörper angeordnet, die einen vom Fahrverkehr freigehaltenen Innenhof umschließen. Das mittige Wohngebäude des Beginenvereins wird westlich und östlich flankiert von den beiden Seniorenwohnhäusern. Während das Beginen-Haus höher ist und auf 4 Ebenen 15 Wohnungen mit 16 Betten unterbringt, sind in den beiden Seniorenhäusern auf 3 Ebenen jeweils 15 Wohnungen mit 18 Betten angeordnet. Alle Wohnungen verfügen entweder über eine Terrasse oder einen Balkon und orientieren sich nach Süden oder Westen zum Mühlengraben, bzw. zum Gartenhof. Die Wohnungsgrößen variieren dabei zwischen 34 m² und 64 m². In den Seniorenhäusern werden die Wohnungen im Grundriss „T-förmig“ organisiert. Dadurch kommt es zu sehr kurzen Flureinheiten mit direkter Tageslichtführung und zu sehr kleinen „Nachbarschaften“ von nur 3 Wohnungen je Flureinheit. Im Kreuzungspunkt liegen sinnfällig die Gemeinschaftsflächen vor großzügigen Verglasungen mit Austrittsmöglichkeit. Auf jeder Ebene wird eine Gästewohnung mit Bad, ein Zimmer für Pflegedienste sowie Garderobe mit Abstellflächen und Gäste-WC angeboten. Alle Wohnungen sind schwellenfrei zu erreichen und lassen sich wahlweise behindertengerecht ausbauen. Aufgrund der ungünstigen Grundwasserverhältnisse und den hiermit zu erwartenden Mehrkosten bei einer Unterkellerung, werden die Seniorenhäuser ohne Keller geplant. Die erforderlichen Technik- und Abstellräume liegen in Leichtbauweise auf dem Dach. Beim vom Mühlengraben entfernt liegenden Beginen-Haus werden diese Nutzungen mit einer weißen Wanne im Untergeschoss angeboten.

Konstruktion und Gestaltung

Die Gebäude werden in Mischbauweise mit ökonomisch sinnvollen Decken-Spannweiten und Tragkonstruktionen ausgeführt. Das Mauerwerk erhält eine Dämmung aus Mineralschaumplatten, die fugenlos verputzt werden können und nachhaltig veralgungsfrei in heller Farbgebung gestrichen sind. Die Dachaufbauten bestehen aus einer gedämmten Holzrahmenkonstruktion mit einer Verkleidung aus farbigen Hochdruck-Steinfaserplatten. Alle Dächer werden unter Gefälleberücksichtigung geregelt entwässert. Balkone werden entweder thermisch entkoppelt in Stahlbeton oder -eingehängt- in Stahlbauweise erstellt. Durch die vorgelagerten Austritte können alle Glasflächen ohne technische Hilfsmittel wirtschaftlich gereinigt werden. Eine Realisierung in Bauabschnitten ist in Abhängigkeit von der Vermarktungssituation problemlos möglich.

Variabilität

Die vorgeschlagenen Wohnungstypen können mit geringem Aufwand in unterschiedlichen Grundrissvarianten gebaut werden. Aus seniorengerechten Wohnungen können behindertenrechte werden, aus zwei Einzeltypen kann durch Zusammenlegung eine Wohnung für das ältere Paar entstehen. Im Erdgeschoss wurde optional auch die Möglichkeit von „Seniorenwohngemeinschaften“ dargestellt, die über eine gemeinsam genutzte Küche und großzügigere Gemeinschaftsflächen verfügen.