Bahnhofsareal
Bad Salzungen

Auslober: Stadt Bad Salzungen
Teilnahme: Juni 2013

Planungsareal und sein Umfeld

Der Ideenwettbewerb – Bahnhofsareal Bad Salzungen – bietet die einmalige Chance, in diesem Planungsbereich einen interessenübergreifenden strukturellen Lösungsansatz zu entwickeln, der die unterschiedlichen Nutzugsansprüche an diesen Ort stadtplanerisch ganzheitlich zusammenfasst.

Das vorgefundene Planungsareal rund um den historischen Bahnhof ist geprägt durch unterschiedlichste Solitärbaukörper und Verkehrsbauten, zusammenhangslos nebeneinanderstehend, eingefasst von aufgelassenen Industriebrachen. Die diesem Bereich zugeordneten Verkehrsfunktionen wie Bahn- und Busverkehr im Zusammenspiel mit dem Individualverkehr und den Nutzungsansprüchen aus der Bestandsbebauung, erfordern ein in sich abgestimmtes Gesamtkonzept über die jeweiligen Eigentumsgrenzen und Interessenslagen hinaus, um der funktionalen Besonderheit dieses Stadtsegments zwischen Innenstadt und Kureinrichtung gerecht zu werden.

Das städtebauliche Konzept

Konzeptioneller Grundgedanke ist die Ausbildung einer klaren, räumlichen Struktur, die maßstäbliche Großräumigkeit, übersichtliche Orientierung und Transparenz gewährleistet und damit einen unverwechselbaren Ort im Stadtgefüge von Bad Salzungen definiert. Die Einfachheit der ganzheitlich aus Stahl und Glas konstruierten stadträumlichen Gesamtfigur soll dabei Wiedererkennbarkeit und Identifikation hervorrufen. Die U-förmig zur Stadt orientierte Arkade fasst den neuen Platz am Alten Bahnhof an seinen Rändern zu einer räumlichen Einheit zusammen. Sie umrahmt das historische Bahnhofsgebäude und den alten Wasserturm, die gemeinsam die platzprägenden Bauwerke darstellen. Die Arkade, der Wandelgang bindet mit seinem östlichen Flügel den steinernen Kubus im Randbereich des Areals mit in die Platzbildung ein. Der so entstandene großzügige, zusammenhängende Platzraum mit dem historischen Bahnhofsgebäude präsentiert sich zur Stadt als markante Großform, die ein Höchstmaß an Übersicht und Orientierung gewährleistet und Platz für alle erforderlichen Verkehrsfunktionen bietet. Die Arkade gibt mit seinem Konstruktionsraster die  rhythmische Gliederung des Bodenbelages vor.

Verkehrs-Nutzung DB und ZOB

Die von der DB vorgesehenen Gleiszugänge mit Treppenanlagen und Aufzügen werden in der vorliegenden Form in die Gesamtplanung integriert. Der Gleisabgang auf Gleis 1 wird durch die Arkade überdacht. Auf dem Platzbereich werden in der Nähe der Arkadenzugänge zwei Taxenwarteplätze als auch einen Kiss& Ride Vorfahrt integriert. Der ZOB verbleibt im Wesentlichen an seinem heutigen Standort. Die im Dachbereich verglaste Arkade als definierte Wegeführung verbindet den ZOB mit den Bahngleisen der DB. Der Rückbau der übrigen vorhandenen Bebauung zwischen Kubus und Bahnhofsgebäude führt zu mehr Übersicht und Orientierung für die Fahrgäste. Vier Bahnsteige, jeweils als End- bzw. als Durchfahrthaltepunkt geeignet, sind hier vorgesehen. Informationsvitrinen bieten Service und Auskunft. Wetter- und Windgeschützte Wartemöglichkeiten sind den Haltestellenbereichen zugeordnet. Die Weiterführung des neuen Platzbelages ist seiner Bandstruktur in Richtung Übergang zur Stadt soll die trennende Wirkung der Bahnhofsstraße minimieren. Zusätzlich zu den 10 Stellplätzen auf dem neuen Platzbereich werden 35 Stellplätze in der Stellplatzbucht südlich der Bahnhofsstraße angeordnet, ebenso acht Bus-Bereitstellungsplätze.

Gebäudenutzungen

Der steinerne Kubus bleibt in seiner Kubatur erhalten und wird mit einer neuen Fassade aus Naturstein versehen. Im EG wird er  mit den erforderlichen ZOB-nahen Funktionen wie Kartenverkauf, Personalaufenthalt und öffentliche WC-Einrichtungen belegt. Hierzu werden Teile des Kellerbereiches verfüllt, um eine  ebenerdige Anbindung an die ZOB Flächen zu gewährleisten. Die  Obergeschoße  können durch eine  separate, behindertengerechte Erschließung z. B. als Arztpraxen  genutzt werden.

Der Wasserturm wird in der Turmspitze als -Point de vu – ausgebildet. Im EG ist eine Cafe- Nutzung mit Außenbereich angeordnet,- auch in der Turmspitze kann durch die vorgesehene Aufzugsanlage eine Bewirtung erfolgen.

Das historische Bahnhofsgebäude ist das zentrale, raumbestimmende und damit namensgebende Gebäude auf dem neu entstandenen Platzareal. Bauteile, welche die historische Gebäudekubatur verstellen, werden zurück gebaut. Die inneren Raumstrukturen sind, wie so häufig bei Bauwerken aus der Gründerzeit, vielfältig nutzbar. So wird ein Nutzungsmix vorgeschlagen, welches der Lage dieses Gebäudes als zentrales und platzprägendes Bauwerk gerecht wird.

Zentrum im Bahnhof

Die ehemalige Bahnhofs-Wartehalle als Konferenz- und Veranstaltungszentrum wird der räumliche Mittelpunkt des Bahnhofszentrums. Dieser Raum wird großzügig entkernt, die darüber befindlichen Geschosse werden bis unter den Dachfirst zurückgebaut. Ein gläsernes Dach verbindet den Innenraum mit dem Außenbereich. Diese  zentrale Zone ist  der Hauptgastbereich der vorgeschlagenen Gastronomie- und Tagungsnutzung. Hier können auch größere Veranstaltungen wie Konzerte, Empfänge stattfinden. Dieser zentrale Ort verbindet den westlichen Konferenzflügel mit Tagungs- und Serviceräumen und den östlich gelegenen Dienstleistungs- und Einzelhandels Bereich. Über einen Fahrstuhl gelangt man von hier in die Obergeschosse, die als Bürofläche oder Gästezimmer genutzt werden können. Der Ostflügel mit seinen Ladeneinheiten ist zusätzlich  in Richtung ZOB mit einer  Rampenanlage  mit dem Platz verknüpft.

Bodentextur / Freiraumgestaltung

Zur Stützung seines zeitgemäßen, zusammenhängenden Erscheinungsbildes wird der Platz mit einer einheitlichen Belagsstruktur versehen. Die Gliederung in Nordsüdrichtung besteht aus großformatigen Betonplattenbändern, die Felder werden mit Granit-Kleinsteinpflaster in Reihen gefüllt.